Erzählcafé zu politischem Engagement
Der Einladung des Bündnisses für sozialen Zusammenhalt in Stadt und Kreis Offenbach zum Erzählcafé „Macht Politik Spaß?“ folgten am vergangenen Mittwoch zahlreiche Interessierte.

Fünf Offenbacher:innen erzählten von ihrem politischen Engagement: Zacharoula Bellou (CDU), Abeh Bhasin (SPD), Gizem Erinç-Çiftçi (Die Linken), Hülya Selçuk-Tuna (Die Grünen) sowie Beşir Yildiz, Kandidat für den Ausländerbeirat. Auch wenn sie politisch häufig unterschiedlicher Meinung sind, gibt es Gemeinsamkeiten. Sie wollen in ihrer Stadt etwas bewegen. Sie möchten, dass sich mehr Menschen in Offenbach aktiv beteiligen. Sie haben Zuwanderungsgeschichte. Und sie haben tatsächlich meistens Spaß an der Politik.
Anette Bacher (Caritasverband Offenbach) und Monika Pröse (Freiwilligenzentrum) stellten die Interviewfragen, unter anderen zum Weg in das politische Engagement und was Familie und Freunde dazu sagen.
So berichtete der 21jährige Abeh Bhasin, dass er sich bereits als 10jähriger im Kinder- und Jugendparlament engagierte und sich gegen soziale Ungerechtigkeit und für gute Bildung einsetzen möchte. Für Zacharoula Bellou ist das Besondere an der Kommunalpolitik, dass man sich ganz konkret einbringen und mitreden kann, was die anderen nur bestätigten. Gezim Erinç-Çiftçi gab zu, früher sich mehr für Landes- und Bundespolitik interessiert zu haben, nun aber überzeugte Kommunalpolitikerin sei. Die Familie von Beşir Yildiz wundert sich, dass er neben Job und viel Ehrenamt sich nun auch politisch betätigen möchte, doch die Ehefrau unterstützt ihn dabei. Ohne Unterstützung ginge das Engagement auch nicht bei den anderen, vor allem wenn wie bei Hülya Selçuk-Tuna und Gezim Erinç-Çiftçi die Kinder noch klein sind. Offenbach familienfreundlicher zu machen und Chancengleichheit durch gute Bildung sind wichtige politische Ziele von Hülya Selçuk-Tuna. Ziele, für die sich auch die anderen Podiumsteilnehmenden begeistern.
Hintergrund der Veranstaltung war, anlässlich der Kommunalwahl und der Ausländerbeiratswahl am 15. März, Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu mehr politischen Engagement zu motivieren. Dazu hatten die Erzählenden einige Tipps: Interessensbezogen schauen, wo man sich einbringen kann – ob in einer Partei oder einer Organisation. Viele Sitzungen der Parteien oder Gremien sind öffentlich – man kann einfach mal hingehen. Die Podiumsteilnehmenden laden auch ein, sie zu begleiten.
In einer Broschüre hat das Bündnis für sozialen Zusammenhalt Wahlprüfsteine zusammengefasst – erhältlich zum Download unter www.zusammenhalt-offenbach.de. So können sich Interessierte über die sozialen Ziele der Parteien informieren.
Information zum Bündnis für sozialen Zusammenhalt in Stadt und Land Offenbach:
Zahlreiche Träger der freien Wohlfahrtspflege, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften, Migrant:innen-Selbstorganisationen sowie Umwelt- und Sozialverbände haben das „Bündnis für sozialen Zusammenhalt in Stadt und Kreis Offenbach“ gegründet. Das zivilgesellschaftliche, überparteiliche Netzwerk wendet sich gegen Kürzungen im Sozialbereich und wirbt für Investitionen in soziale Sicherheit, Bildung, Gesundheit und eine solide, bedarfsgerechte Finanzierung der Kommunen.

