Integrationslotsen in Offenbach

Nach 36 Unterrichtseinheiten im Freiwilligenzentrum Offenbach ist es soweit: Aus den Händen von Bürgermeister Peter Schneider erhielten 17 Offenbacher Integrationslotsinnen und -lotsen ihr Zertifikat. Die im Rahmen des hessischen WIR-Programms ausgebildeten Frauen und Männer möchten sich nun ehrenamtlich für Menschen mit Migrationsgeschichte engagieren, damit sie besser in Offenbach ankommen. „Bürokratische Hürden, schlechte Deutschkenntnisse und eine andere Kultur können Schwierigkeiten bereiten, sich in der neuen Heimat zurecht zu finden“, sagt eine frisch gebackene Integrationslotsin aus eigener Erfahrung. 85 Prozent der Kursteilnehmenden haben selbst eine Migrationsgeschichte und fühlen sich in Offenbach zuhause.

Für den Oktober 2018 ist eine weitere – kostenfreie – Qualifizierung geplant. Sollten Sie Interesse haben, als Integrationslotsen tätig zu werden, dann sprechen Sie uns an.

Integrationslotsinnen und -lotsen nach der Zertifikatübergabe im April 2018. Foto: Bernd Georg/Stadt Offenbach

Was machen Integrationslotsinnen und -lotsen?

Die Integrationslotsen sind Offenbacher unterschiedlichen Geschlechts, Alter und Herkunft und engagieren sich ehrenamtlich. Dabei übernehmen sie eine Brückenfunktion in unserer Gesellschaft:

  • Sie geben Hilfestellung beim Verstehen der Ämter, Behörden, Beratungsstellen, Vereine…
  • Sie begleiten zu Kindergärten, Schulen, Ärzten, Banken…
  • Sie übersetzen bei Bedarf, sind aber keine Dolmetscher.
  • Sie informieren über Angebote in der Stadt: Bildung, Kultur, Freizeit …
  • Sie geben punktuelle, stundenweise Unterstützung und Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Sie wurden für ihr Engagement qualifiziert.

Sie sind für jeden da, der sie braucht:

  • Menschen, die aus anderen Ländern zu uns nach Offenbach gekommen sind
  • Ämter und Behörden
  • Ärzte, Banken, Schulen, Kindergärten
  • Vereine und vieles mehr

In Offenbach leben 158 Nationalitäten zusammen, rund 60 Prozent der hier lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund. Seit 2012 wächst die Bevölkerung in Offenbach, dies ist nicht nur auf mehr Geburten zurückzuführen, sondern auch auf Zuzüge – gerade aus dem Ausland. Ankommen in einer anderen Stadt oder in einem anderen Land ist nie einfach, alles ist neu und fremd, die Sprache muss erlernt oder verbessert werden, komplizierte Formulare sind auszufüllen, Anmeldeformalitäten für die Schule sind zu erledigen. Hierbei erhält die Stadt bereits Unterstützung durch die große Zahl von Migrantenorganisationen, -gemeinden und –vereinen.

Neben der Bewältigung von Alltagshürden sind es auch die Menschen vor Ort, die das Ankommen und die Integration ermöglichen. Denn „Fremdes ist nur so lange fremd, bis man es kennt“. Begegnungen, Offenheit und persönliche Beziehungen, unabhängig von Nationalität, Religion und Kultur, sind wichtige Voraussetzungen für ein gutes Zusammenleben.

Ehrenamtlich tätige Integrationslotsen sind Brückenbauer, die oft aus eigener Erfahrung wissen, wie schwierig das Ankommen in einem anderen Land ist, was es braucht an Unterstützung und einem Zusammenleben auf Augenhöhe. Integrationslotsen können Neuzugewanderte und schon länger in Offenbach lebende Menschen mit Migrationshintergrund – in Ergänzung zu den bestehenden hauptamtlichen Einrichtungen – bei der rechtlichen, schulischen, sprachlichen, kulturellen und sozialen Integration unterstützen. Sie wenden sich auch an diejenigen, die schon länger in Offenbach wohnen und mehr Informationen für die Alltagsbewältigung und Lebensgestaltung (Freizeit, Bildung, Kultur) suchen.