Nach rund 90 Treffen an fast 20 Orten endet unser Projekt im September 2026. Zum Abschluss wollen wir einen kleinen Rückblick auf unsere Erfahrungen wagen.

Im März 2024 fand die erste Insel auf dem Märktchen am Goetheplatz statt – und kam gleich ins Fernsehen! Das Interesse an neuen, niedrigschwelligen Begegnungsmöglichkeiten war so groß, dass die Hessenschau uns besuchte. Kein Wunder, denn wir waren mit einem großen Ziel angetreten…
Unsere Vision
Wir wollten (und wollen) gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern und Demokratie stärken. Erst einmal im Kleinen natürlich – an den Inseln sollten unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenkommen, Gemeinsamkeiten entdecken und sich über ihre Stadt und ihre Lebenswelten austauschen. Wir wollten den Menschen Gelegenheit geben, einander zuzuhören sowie andere Meinungen kennenzulernen und zuzulassen. Nach dem Motto „Wer sich kennt, der grüßt sich!“, sollte auch Vereinsamung entgegengewirkt werden.
Einladende Orte schaffen und Menschen ins Gespräch bringen
Dazu baute ein haupt- und ehrenamtliches Team fast jede Woche nachmittags kleine Sitzgruppen an öffentlichen Orten in Offenbach auf und versuchte Passant:innen ins Gespräch zu bringen. Neben Babbeln über Alltagsthemen gab es auch kleine Mitmach- und Tausch-Aktionen.
Der Einstieg fiel nicht immer leicht, denn viele Menschen waren zunächst misstrauisch: Wir mussten oft erklären, dass wir nicht missionieren und nichts verkaufen… Doch immer wieder blieben Menschen stehen oder nahmen auf unseren bunten Möbeln Platz. Wir haben erfahren, welche Sorgen und Nöte Menschen umtreiben und worauf sie hoffen – von lokalen bis globalen Themen. Einige kamen wieder, so dass sich über die letzten Jahre ein kleiner Kreis von regelmäßigen Besucher:innen bildete, mit denen vertrauensvoller Austausch möglich war.
Gar nicht so leicht wie es aussieht
Dennoch war es kein einfaches Engagement, weil das Team vorab nie wusste, wie viele Gespräche zustande kommen. Auch die Wirkung bezüglich Zusammenhalt und Demokratie ist schwierig zu messen, denn im Gegensatz zu anderen Projekten hatte man kein greifbares Ergebnis vor Augen, sondern „nur“ gebabbelt. Allerdings wurden wir oft gefragt, was das Freiwilligenzentrum tut und konnten so in Projekte wie die Integrationslots:innen oder zu Engagement-Beratungen vermitteln.
Weiterentwicklung zu Vernetzungsformaten für Engagierte und Interessierte
Ab Herbst 2025 veranstalteten wir daher monatliche Engagier-Bars zu unterschiedlichen Themen, bei denen sich gemeinnützige Vereine/Initiativen, aber auch städtische Einrichtungen vorstellen und untereinander vernetzen können.
Nach Ess-Bar, Klang-Bar, Wärme-Bar, Spiel-Bar, Digital-Bar, Kreativ-Bar, Buchstaben-Bar, Zukunfts-Bar, Sport-Bar, Natur-Bar und Kultur-Bar an elf verschiedenen Orten in Offenbach fand die Abschlussveranstaltung am 9. September beim Freiwilligenzentrum statt. Auch mit diesem Format konnten viele neue Kontakte geknüpft werden.

Ausblick
Wer sich kennt, der grüßt sich – das stimmt immer noch. Wenn wir im Alltag bekannte Gesichter sehen, grüßen wir einander und bleiben auf einen Schwatz stehen. Einige planen bereits private Treffen. Das Projektende ist also kein Abschied…
Wir sagen allen, die bei uns zu Gast waren, auf Wiedersehen! Und 1000 Dank an alle Freiwilligen, die dieses Projekt unvergesslich gemacht haben!
Dank an unsere Förderer
2024 und 2025 erhielten die Begegnungsinseln Mittel aus dem Förderfonds ‚Begegnung und Zusammenhalt‘, der von der Stiftung Mercator unterstützt wurde.
Von Oktober 2025 bis September 2026 war das Projekt Teil der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026. WDC 2026 wurde gefördert durch das Land Hessen, die Stadt Frankfurt am Main und den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.


